ElsterFormular: Derzeit und auch in Zukunft keine Linux und MacOS-Version geplant

Bei der Entwicklung der ELSTER-Programme spielen überwiegend verwaltungsökonomische Gesichtspunkte, insbesondere die Berücksichtigung des Grundsatzes der wirtschaftlichen und zielgerichteten Verwendung von Steuermitteln, eine erhebliche Rolle. Deshalb musste sich die Steuerverwaltung primär auf die zahlenmäßig stärkste Anwendergruppe konzentrieren. Die kostenlose Software ElsterFormular wurde daher bewusst für die Windows-Betriebssysteme entwickelt, um schnell eine größtmögliche Zielgruppe zu erreichen. Auch heute haben diese Betriebssysteme noch eine marktbeherrschende Stellung und werden von einer Vielzahl von Bürgern genutzt. Im Hinblick auf die Nutzungsmöglichkeit durch andere Betriebssysteme haben die Finanzministerien der Länder und des Bundes wiederholt beschlossen, dass aufgrund der geringeren Marktverbreitung von Mac- und Linux-Desktop-Betriebssystemen, eine kostenlose Version von Elster-Formular für diese Betriebssysteme nicht wirtschaftlich ist und deshalb aus Kostengründen nicht bereitgestellt wird. Außerdem soll das plattformunabhängige ElsterOnline-Portal als zukunftsweisend bevorzugt werden. Darüber hinaus stehen eine Vielzahl an sehr guten Steuerprogrammen für Linux, MacOS X und Windows auf dem Markt zur Verfügung, die es dem Bürger erlauben seinen steuerlichen Verpflichtungen elektronisch über ELSTER umfassend nachzukommen. Eine Linux und/oder MacOS-Version von ElsterFormular ist deshalb derzeit und auch in Zukunft nicht geplant. Es existierten auch zu keinem Zeitpunkt lauffähige, veröffentlichungsreife Versionen von ElsterFormular für MacOS X und/oder Linux-Betriebssysteme. Die grafische Benutzeroberfläche von ElsterFormular wäre zwar aufgrund der verwendeten Technologie grundsätzlich auch auf MacOS X und Linux lauffähig, dieser fehlen aber wesentliche Programmteile. Zwei essentielle Module von ElsterFormular sind nur für Windows verfügbar. Dies ist die Steuerberechnung, hierfür verwendet ElsterFormular das Original-Steuerberechnungsprogramm der deutschen Steuerverwaltung, das ursprünglich für die Mainframe-Systeme der Steuerverwaltung entwickelt wurde und auch heute in den Finanzämtern verwendet wird. Eine Portierung auf Linux und MacOS X ist nicht möglich, eine Doppelentwicklung aus verwaltungsökonomischer Sicht nicht vertretbar. Darüber hinaus ist die Darstellung des Steuerbescheides unter Linux und MacOS X nicht möglich.

ElsterOnline-Portal und Java

Hintergrund zur Notwendigkeit der Verwendung von Java bzw. Applets im ElsterOnline-Portal

Für die authentifizierte Abgabe von Steueranmeldungen bzw. Steuererklärungen stellt das ElsterOnline-Portal dem Bürger als Authentifizierungsmittel ELSTER-Basis, ELSTER-Spezial bzw. ELSTER-Plus zur Auswahl. Für den Zugriff auf diese Authentifizierungsmittel (Software-Zertifikat bei ELSTER-Basis, Sicherheitsstick bei ELSTER-Spezial und Signaturkarte bei ELSTER-Plus) müssen auf dem Rechner des Bürgers aktive Inhalte ausgeführt werden. Um die Ausführung dieser Inhalte auf möglichst vielen Plattformen unabhängig vom installierten Betriebssystem bzw. vom verwendeten Browser zu unterstützen, kommen dabei Applets zum Einsatz, zu deren Ausführung clientseitig eine JAVA-Laufzeitumgebung installiert sein muss.

Da häufig Schwachstellen in der JAVA-Laufzeitumgebung bekannt werden, werden die Nutzer darauf hingewiesen, die Sicherheitsupdates der JAVA-Laufzeitumgebung zu installieren und die aktuellen Sicherheitshinweise zu beachten, wie sie beispielsweise auf der Internetseite des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unter https://www.bsi-fuer-buerger.de zu finden sind.

Die Notwendigkeit, aktuelle Sicherheitsupdates zu installieren, um eine möglichst sichere Umgebung für die Nutzung des Internets zu schaffen, umfasst neben der JAVA-Laufzeitumgebung auch den verwendeten Browser. Um die Benutzung des ElsterOnline-Portals für den Bürger dennoch möglichst sicher zu machen, kommen verschiedene Sicherheitsverfahren zur Gewährleistung von Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität zum Einsatz, unter anderem asymmetrische Verschlüsselungsverfahren. Die sicherheitstechnischen Eigenschaften des ElsterOnline-Portals wurden im Jahre 2004 zusammen mit einem namhaften auf IT-Sicherheitstechnik spezialisierten Beratungsunternehmen konzipiert und umgesetzt. Dabei wurden so viele Aspekte wie möglich, insbesondere auch die Verfügbarkeit auf verschiedenen Betriebssystemen berücksichtigt. Seither wurden die Sicherheitsfunktionen laufend an neue Entwicklungen angepasst und verbessert. Sicherheitsprüfungen des ElsterOnline-Portals lässt die Finanzverwaltung regelmäßig von unabhängigen externen IT-Sicherheitsexperten durchführen. Über die zahlreichen eingesetzten Sicherheitsverfahren kann sich der Bürger in der Hilfe von ElsterOnline unter https://www.elsteronline.de/hilfe/eop/public/help.html informieren. Im wichtigen Hinweis auf der Startseite des ElsterOnline-Portals wird auf die Sicherheitshinweise des BSI verwiesen. Dort finden Bürger dann eine Vielzahl an wertvollen Informationen zur Sicherheit im Internet, z. B. das Dokument „PCs unter Microsoft Windows für Privatanwender“, das folgenden Hinweis zur JAVA-Laufzeitumgebung enthält: „JAVA-Laufzeitumgebung: Einige Anwendungen benötigen die Java-Laufzeitumgebung (http://java.com/de). Um die Angriffsfläche Ihres Systems zu reduzieren, sollten Sie Java jedoch nur dann installieren, wenn Ihre Software tatsächlich diese Laufzeitumgebung benötigt. Wenn Sie Java installiert haben, achten Sie auch hier auf die Aktivierung der automatischen Updatefunktion. Empfehlenswert ist die Änderung der Standardeinstellung auf eine tägliche Überprüfung.“

Das ElsterOnline-Portal bietet den Bürgern ein sicheres und vertrauliches System für die Erledigung ihrer Steuerbelange. Ein einfacher Zugangsschutz über Benutzername und Passwort, wie er sonst im Internet verwendet wird, sichert den Schutzbedarf persönlicher Steuerdaten nicht ausreichen ab. Auf die generellen Gefahren bei der Nutzung des Internet wird hingewiesen, für die Absicherung des eigenen Rechners gegen diese Gefahren ist der Bürger selbst verantwortlich.

Hinweis zur Unterstützung von OpenJDK im ElsterOnline-Portal

Die Tatsache, dass im Moment vom ElsterOnline-Portal ausschließlich die JAVA-Laufzeitumgebung von Oracle und nicht das OpenJDK unterstützt wird, ist weniger Ausdruck des Versuchs, zur Nutzung des ElsterOnline-Portals eine bestimmte Konfiguration vorzuschreiben, sondern vielmehr der Tatsache geschuldet, dass das OpenJDK einen Fehler in der Behandlung von Cookies in Applets aufweist. Zu diesem Fehler findet sich unter http://icedtea.classpath.org/bugzilla/show_bug.cgi?id=588 bereits ein offizieller Fehlereintrag. Obwohl es das OpenJDK nur für Linux-Betriebssysteme gibt und die Anzahl derer, die ElsterOnline mit Linux nutzen, nur einen sehr geringen Anteil an der Anzahl der gesamten Nutzer von ElsterOnline ausmacht, wird das Thema „Unterstützung von OpenJDK“ von ELSTER weiterhin verfolgt, um Bürgern, die das ElsterOnline-Portal unter Linux nutzen möchten, eine Alternative zur JAVA-Laufzeitumgebung von Oracle anbieten zu können.

ElsterOnline und MacOS

Seit Oktober 2012 wird bei MacOS X 10.7 und 10.8 im Rahmen der Aktualisierung „Java für OS X 2012-006“ von Apple das Java PlugIn deaktiviert. Grund dafür ist, dass Apple die Java Software nicht mehr mit seinem Betriebssystem ausliefert. In der Folge müssen MacOS-Benutzer, genauso wie die von Microsoft, das Java PlugIn von Oracle manuell herunterladen und installieren.

Es ist möglich diese Deaktivierung des Java PlugIns durch das MacOS-Update wieder rückgängig zu machen, um Java 6 unter MacOS wieder zu aktivieren.

Allerdings ist das viel umständlicher als einfach Java 7 für MacOS bei Oracle herunterzuladen und zu installieren.

Das ElsterOnline-Portal unterstützt momentan für MacOS 10.7 und MacOS 10.8 Java 6 und Java 7.

ElsterOnline, MacOS und Sicherheitssticks

Bisher konnte der Sicherheitsstick GuD-StarSign USB Token unter MacOS X nur im 32-Bit-Modus betrieben werden. Grund hierfür ist, dass es keinen nativen 64-Bit Treiber des Sicherheitssticks GuD StarSign USB Token für MacOS X gibt. Er wurde zwar mehrfach angefragt, aber vom Hersteller des Sicherheitssticks GuD-StarSign USB Token nicht zur Verfügung gestellt. Der 32-Bit Modus ist nach der oben beschriebenen Aktualisierung von MacOS X, bei denen Java 6 seit Oktober 2012 durch Apple deaktiviert wird (siehe oben), nun aber nicht mehr verfügbar. So kann der Sicherheitsstick GuD-StarSign USB Token nicht mehr verwendet werden, ein Zugriff auf das Benutzerkonto ist nicht mehr möglich.

Siehe auch Hinweis im ElsterOnline-Portal auf der Seite „Anforderungen“ https://www.elsteronline.de/eportal/Anforderungen.tax : ELSTER-Spezial: Ab MacOS X 10.7 ist der 32-Bit-Modus nicht mehr verfügbar. Der Sicherheitsstick G&D StarSign USB Token kann in der Folge unter MacOS X nicht mehr unterstützt werden, da kein 64-Bit-fähiger Treiber für MacOS X angeboten wird.“

ELSTER, ElsterFormular und ElsterOnline-Portal für Mac OS und Linux

Grundsätzlich steht es allen Bürgerinnen und Bürgern frei, wie sie ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Abgabe von Steuererklärungen nachkommen. Sie können also, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, frei entscheiden, ob sie sich beispielsweise bei der Erstellung ihrer Unterlagen steuerrechtlich beraten lassen, die Steuererklärungen selbst anfertigen oder welche Erklärungsform – soweit zulässig Papier oder elektronische Abgabe – sie wählen. Ohne dazu verpflichtet zu sein, bietet die Steuerverwaltung hierfür als kostenlosen Service verschiedene, unterstützende Möglichkeiten an. Bei der Einrichtung dieses kostenlosen Services spielen überwiegend verwaltungsökonomische Gesichtspunkte, insbesondere die Berücksichtigung des Grundsatzes der wirtschaftlichen und zielgerichteten Verwendung von Steuermitteln, eine erhebliche Rolle. Deshalb muss sich die Steuerverwaltung zunächst auf die zahlenmäßig stärkste Anwendergruppe konzentrieren und kann leider nicht auf alle Anwenderforderungen eingehen.

Beispielsweise wurde bei der Einführung der elektronischen Steuererklärung das kostenlose ElsterFormular bewusst für die Windows-Betriebssysteme entwickelt, um schnell eine größtmögliche Zielgruppe zu erreichen. Auch heute haben diese Betriebssysteme noch eine marktbeherrschende Stellung und werden von einer Vielzahl von Bürgern genutzt.

Im Hinblick auf die Nutzungsmöglichkeit durch andere Betriebssysteme haben die Finanzministerien der Länder und des Bundes zudem wiederholt beschlossen, dass einerseits, aufgrund der geringeren Marktverbreitung von Mac- und Linux-Betriebssystemen, eine kostenlose Version des ElsterFormulars für diese Betriebssysteme nicht wirtschaftlich sei und deshalb aus Kostengründen nicht bereitgestellt werden könne und andererseits das plattformunabhängige ElsterOnline-Portal als zukunftsweisend bevorzugt werden solle.

Von Bedeutung ist dabei auch, dass alle Bürger selbstverständlich unabhängig von den kostenlosen Produkten der Steuerverwaltung auch die Möglichkeit haben, mit kommerzieller Software eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Lösung in Anspruch zu nehmen. Eine Vielzahl von marktrelevanten Softwareherstellern hat ELSTER-Schnittstellen in ihre Steuerprogramme eingebunden. Eine Übersicht bekannter Produkte zur elektronischen Übermittlung von Steuererklärung, die auch andere Betriebssysteme wie Mac oder LINUX unterstützen, hat die Finanzverwaltung unter https://www.elster.de/elster_soft.php veröffentlicht. Darunter sind auch kostenlose Produkte zu finden, mit denen Steuererklärungen von Rechnern mit einem Linux- oder Mac-Betriebssystem übermittelt werden können.

Die Steuerverwaltung bemüht sich selbstverständlich alle gängigen und auch neuen Versionen der Betriebssysteme zeitnah zu testen. Leider ist es aber nicht immer möglich die ELSTER-Software an die unterschiedlichsten Update- und Upgrade-Termine aller Windows-, Linux- und MacOS-Versionen sowie der häufig wechselnden Browser-Versionen schnell genug anzupassen.

Mit ELSTER wäre das nicht passiert: Hand bleibt im Briefkasten stecken

[Genthin] Im vollgestopften Briefkasten des Finanzamtes blieb am Sonntagabend eine Frau mit ihrer Hand stecken. Erst die Genthiner Feuerwehr konnte sie aus ihrer misslichen Lage befreien, indem sie das Schloss aufbohrte. Die Polizei nahm die Post an sich und übergab sie am Montagmorgen dem Finanzamt. Die Frau wurde noch vor Ort von einem Notarzt versorgt. Sie hatte ihren Brief nur tief in den Kasten schieben wollen. (Quelle: Wolmirstedter Volksstimme vom 06.09.11)

ELSTER für Linux und Mac

TuxApple logo blackImmer wieder erreichen uns Anfragen über Twitter zu ELSTER für Linux oder MacOS: ELSTER funktioniert nicht nur mit Windows, sondern auch mit Linux und MacOS. Eine Liste der Programme gibt es unter https://www.elster.de/elster_soft_nw.php. Das kostenlose Programm ElsterFormular gibt es nur für das Betriebssystem Windows, eine Version für Linux oder MacOS ist nicht geplant. Unternehmer die MacOS oder Linux benutzen, können aber das ebenfalls kostenlose ElsterOnline-Portal unter http://www.elsteronline.de verwenden. Nach einer Registrierung können Sie dort ganz einfach die Lohnsteuer-Anmeldung, die Umsatzsteuer-Voranmeldung sowie andere Steuererklärungen und Meldungen online ausfüllen und abgeben. Für die elektronische Abgabe der Einkommensteuererklärung mit Linux oder MacOS stellen diverse Anbieter Online-Steuererklärungen für den Browser bereit. Einige dieser Angebote sind in der oben genannten Liste (siehe Link) enthalten.

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